Meine Muse küsst mich überall…

Nein, so war das nicht gemeint! Na ja, manchmal ist sie ganz schön vorschnell, aber ich wollte auf etwas anderes hinaus.

Ich habe einige Zeit gebraucht, um mein „Coming Out“ als Autorin erotischer Literatur durchzuziehen. Die meisten meiner Freunde und Bekannten dachten auch ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von Rasputins Ring, dass ich meine Brötchen mit weiterhin in der Marketing-Branche verdiene. Nebenbei mache ich das ja auch, aber mein Hauptberuf ist mittlerweile ein anderer. Ich schreibe.

Um zu schreiben, muss ich mich kreativ fühlen. Und dank meiner treuen Muse ist das fast nie ein Problem.

Inspiration hat nichts mit Zufall zu tun

In meinem Oberstübchen schwirren noch so viele erotische Geschichten herum, dass ich mich vermutlich einige Male klonen lassen müsste, um sie alle aufzuschreiben.

Mir ist es auch egal, wo ich gerade unterwegs bin.

Ohne Notizblock verlasse ich mein Haus schon lange nicht mehr. Man kann überall schreiben. Ich mache ES im Zug, im Auto (nur als Beifahrer natürlich), im Bett, beim Essen, auf dem Klo – der Ort spielt wirklich keine Rolle.

Meine Muse küsst mich eben überall.

Im Laufe der Zeit habe ich mir einen netten Trick ausgedacht, um vor allem bei der Erfindung neuer Charaktere (Protagonisten, Antagonisten, „Komparsen“) rasch voran zu kommen, ohne ins Straucheln zu geraten.

Den Trick darf ich allerdings meinen Freunden und Bekannten und vor allem nicht meiner Familie erzählen. Wenn ich nämlich an einer Story arbeite und ich nach Inspirationen suche, um die jeweiligen Charaktere lebendig werden zu lassen, dann denke ich einfach an eben diese Menschen, die mir lieb und teuer sind.

Das ist bei Weitem die einfachste Methode, um authentische Figuren zum Leben zu erwecken. Es fängt bei (abgewandelten) Namen an, geht über die Klamotten und endet beim Verhalten noch lange nicht.

Falls du auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt hast, eine Geschichte aufzuschreiben und dich davor fürchtest, dass die Charaktere am schwierigsten auszuformulieren sind, dann denkst du in Zukunft einfach an die Menschen in deiner näheren Umgebung. Wie würden sie sich in Situation X verhalten? Was würden sie machen, wenn Y passiert? Was denken sie über Z oder gar sich selbst?