Menschliche Abgründe zur Karnevalszeit

Gestern Abend habe ich mich nach 02:00 Uhr noch einmal auf die verschneiten Straßen gewagt. Prompt wurde ich an der nächsten Ecke von einem extrem betrunkenen Pärchen begrüßt. Im ersten Moment habe ich mich erschreckt, weil ich mit meinen Gedanken woanders war. Aber sie waren harmlos. Harmlos genug, um genauer hinzuschauen.

Das männliche Wesen schwankte ordentlich und nuschelte etwas in Richtung seiner Freundin, die einen halben Meter neben ihm auf einem kleinen Treppenabsatz saß. Während ich die beiden passierte, sah ich, dass das arme Mädchen sich in ihren engen weißen (und ziemlich hässlichen) Cowboystiefeln offenbar die Füße wundgelaufen hatte.

Sie lallte und zudem hatte sie einen phänomenalen Schluckauf: „Nein – HICKS – ich gehe ohne – HICKS – Schuhe – HICKS – weiter.“

Er spulte ein einziges Band immer und immer wieder ab und obwohl ich ihnen dann bereits mehrere Meter voraus war, hörte ich sein monotones Gelaber: „Schaaaahaaaaatz, jetzt zieh endlich deine Schuhe an.“

Sie: „Nein – HICKS – ich gehe so. Weißt du – HICKS – eigentlich, wie weh – HICKS – das tut?“

Manchmal habe ich wirklich denn Eindruck, dass Frauen von der Venus sind und Männer vom Mars. Vor allem dann, wenn Alkohol im Spiel ist.

Aber vielleicht handelt es sich auch bloß um meine subjektive und verfälschte Wahrnehmung, weil ich nicht so ein großer Karnevalsfan bin?!